Leuchtmittel -> Leuchtgeschütze

Fragen zu/über Flak-Geschütze, Flakscheinwerfer, Kommandogeräte, Transport, usw. usf.
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niemandsland
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Leuchtmittel -> Leuchtgeschütze

Beitrag von niemandsland »

Leuchtgeschütze

Das Thema war im Zusammenhang mit einer Navigationskarte im "Forum der Wehrmacht" (FdW) aufgekommen.

Da sich das Thema dort zu sehr Querbet entwickelte, habe ich beschlossen, mich dort auszuklicken, und das Thema für mich separat hier in meinem Umfeld -- für mich -- zu bearbeiten.

Zurück zum Thema...

Leuchtgeschütze hatten offenbar zwei Funktionen.. a) wie der Name vermuten lässt, sollten sie wie Scheinwerfer und ähnliches Gerät Bereiche ausleuchten. Und b) dienten sie ganz offensichtlich (bisher unbekannt ob alle oder nur ein bestimmten Bereichen) der Nachtjagd als Navigationshilfe.

Soweit das was sich aus den bisher von mir entdeckten Unterlagen ableiten lässt.

Welche Geschütze wurden verwendet?

Bisher habe ich primär 15 cm S.K. L/40 im Einsatz bei der Marine, entdeckt. Daneben sind mir 7,5 cm, sowie 10,5 cm S.K. bereits bekannt. Derzeit alles Marine Einheiten.

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-> 7,5 cm "möglicherweise" franz. Langrohrgeschütze. Davon waren 1942 genug vorhanden. Möglich auch das es sich um Munitionsbestände aus Frankreich handelt?!??
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Ab 06/1940: finden sich entsprechende Einträge im Kriegstagebuch vom Kommandant im Abschnitt (KiA) Helgoland je ein 15 cm S.K. Leuchtgeschütz an der Nord- und Südspitze der Hauptinsel. Ebenso finden sich Hinweise auf den Einsatz in Norwegen [OKM N-Akte: 2201-0-116/(19)41 u. A.ID. 1507 GKdos.].

Quelle(n)

Archivsignatur : RM 45-II/125 bis RM 45-II/134 (09/1939 - 01/1945) / Bandnummer : 1 - 10
Alternativ: US NARA: T-1022 R-2248, R-2249 und R-3912 (Mikrofilm Kopien)

Im Buch "Die Bremische Flugabwehr im Zweiten Weltkrieg" vom Autoren Reinhold Thiel (+) findet sich auf Seite 122/123 der Hinweis auf die Stellung Oyten (Leucht- und Rotrauchgeschütz). Thiel nennt einen Herrn Dr. Christinck, Helmut als Quelle. Leider geht aus dem Literaturverzeichnis nicht hervor, welche Funktion die Person inne hatte und/oder welche Quelle von Dr. Christinck genutzt wurde.
Zitat aus dem Buch (S. 122f.):
Die „Wilde-Sau-Nachtjagd" warf für die örtliche Luftverteidigungsführung mancherlei Probleme auf. Um die Einmot-Nachtjäger nicht in den Wirkungsbereich der schweren Waffen hineinfliegen zu lassen, schössen die am weitesten vorgeschobenen Batterien des jeweiligen Luftsperrgebietes Leuchtgranaten ab. Sie bedeuteten den Nachtjägern, daß sie sich nur noch in Höhen über 5000 m aufhalten durften, während der darunter liegende Bereich als Domäne der Flakartillerie galt. Ähnlich war es übrigens auch bei Tage, wenn amerikanische Verbände angriffen. Dann feuerten dieselben Geschütze Rotrauch-Granaten ab. In Bremen stand ein solches Geschütz in der Großbatterie Oyten.
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niemandsland
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Re: Leuchtmittel -> Leuchtgeschütze

Beitrag von niemandsland »

Nachweise für weitere 15 cm S.K. L/40 Leuchtgeschütze (LG) der Marine finden sich in den Akten vom "Admiral Kanalküste (West)" bzw. in Karten-Material aus den Akten vom Seekommandant Somme/Normandie und Kanalinseln. Darüber hinaus findet sich vereinzelt über geplante und bereits aufgestellte Geschütze Hinweise auf weitere 15 cm S.K. LG.
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